- IT-Infrastruktur
Microsoft Teams auf Terminalservern: Ab 2027 besteht Handlungsbedarf

Microsoft stellt die Teams-Optimierung um, aber ist eure Umgebung vorbereitet?
Microsoft Teams gehört für viele Unternehmen längst zum Arbeitsalltag. Besprechungen, Telefonie, Chats und die Zusammenarbeit mit Mitarbeitenden und Kunden laufen täglich über die Plattform.
Microsoft stellt die bisher verwendete Optimierungstechnologie für Audio- und Videoübertragungen um. Die bisherige WebRTC-Technologie wird ab dem 1. Oktober 2026 nicht mehr offiziell unterstützt und steht ab dem 1. April 2027 nicht mehr zur Verfügung.
Damit gibt es zwar keinen Grund für hektische Sofortmassnahmen aber sehr wohl Handlungsbedarf. Denn insbesondere Unternehmen mit Windows Server 2016 (End-of-Support per Oktober 2026) oder Windows Server 2019 müssen prüfen, wie Microsoft Teams künftig genutzt werden soll.
Warum betrifft die Änderung gerade Terminalserver?
Bei der heutigen Nutzung von Teams in einer Terminalserver-Umgebung werden Audio- und Videoinhalte grösstenteils auf dem lokalen Endgerät verarbeitet. Das entlastet den Terminalserver und ermöglicht gleichzeitig eine gute Qualität bei Besprechungen und Telefonie.
Mit der neuen Microsoft Teams Optimierung für virtuelle Desktop- und Terminalserver-Umgebungen ändern sich die technischen Anforderungen. Besonders relevant: Windows Server 2016 und Windows Server 2019 werden für die neue Teams-Optimierung von Microsoft nicht unterstützt.
Unternehmen, die eine solche Umgebung betreiben, sollten deshalb nicht bis kurz vor April 2027 warten. Je nach bestehender Infrastruktur kann die passende Lösung von einer einfachen Anpassung der Teams-Nutzung bis zu einer Modernisierung der gesamten Terminalserver-Plattform reichen.
Was passiert, wenn nichts unternommen wird?
Bis zum 1. Oktober 2026 besteht zunächst kein unmittelbarer Handlungsbedarf. Danach funktioniert die bisherige Technologie vorerst weiter, wird jedoch nicht mehr offiziell unterstützt.
Der entscheidende Termin ist der 1. April 2027. Ab diesem Zeitpunkt steht die bisherige Technologie nicht mehr zur Verfügung. Unternehmen sollten deshalb rechtzeitig klären, ob ihre bestehende Umgebung betroffen ist und welche Lösung langfristig zur eigenen Arbeitsweise passt.
Dabei geht es nicht nur um eine technische Umstellung. Die Entscheidung kann auch beeinflussen, wie Mitarbeitende künftig telefonieren, an Teams-Besprechungen teilnehmen, Dateien öffnen und zwischen lokalem Arbeitsplatz und Terminalserver arbeiten.
Drei mögliche Wege für bestehende Umgebungen
Eine allgemeingültige Lösung gibt es nicht. Welche Variante sinnvoll ist, hängt davon ab, wie intensiv Teams genutzt wird, welche Server-Infrastruktur vorhanden ist und wie die Mitarbeitenden heute arbeiten.
Variante 1: Microsoft Teams lokal verwenden
Eine Möglichkeit besteht darin, Teams künftig nicht mehr auf dem Terminalserver, sondern direkt auf dem lokalen Arbeitsplatz oder auf mobilen Geräten zu verwenden.
Das bietet eine sehr gute Teams-Performance und verhindert eine zusätzliche Belastung des Terminalservers. Gleichzeitig muss die bestehende Server-Infrastruktur nicht aufgrund von Teams angepasst werden.
Im Arbeitsalltag entsteht dafür eine Trennung: Mitarbeitende wechseln zwischen dem lokalen Arbeitsplatz und ihrer Terminalserver-Sitzung. Dateien oder Links müssen gegebenenfalls ausserhalb der Terminalserver-Umgebung geöffnet werden. Je nach Arbeitsweise kann das problemlos funktionieren oder auf Dauer als umständlich empfunden werden.
Variante 2: Microsoft Teams über den Webbrowser nutzen
Eine weitere Möglichkeit ist, Teams nicht mehr als Anwendung auf dem Terminalserver zu installieren, sondern bei Bedarf über den Webbrowser zu verwenden.
Der Umstellungsaufwand kann dadurch vergleichsweise gering gehalten werden und wichtige Teams-Funktionen bleiben verfügbar.
Allerdings kann die Browser-Version gegenüber der installierten Teams-Anwendung funktionale Einschränkungen mit sich bringen. Gerade Unternehmen, die Teams intensiv für Besprechungen und Telefonie einsetzen, sollten deshalb prüfen, ob diese Variante den Anforderungen der Mitarbeitenden tatsächlich gerecht wird.
Variante 3: Terminalserver modernisieren
Die dritte Möglichkeit geht einen Schritt weiter: Die bestehende Terminalserver-Plattform wird auf eine aktuelle und von Microsoft unterstützte Plattform migriert.
Damit kann die neue Teams-Technologie unterstützt werden und die gewohnte Nutzung von Teams innerhalb der Terminalserver-Umgebung erhalten bleiben. Gleichzeitig bietet eine solche Migration die Gelegenheit, eine ältere Server-Infrastruktur grundsätzlich zu modernisieren und zukunftsfähig auszurichten.
Diese Variante ist allerdings mit Investitions-, Planungs- und Migrationsaufwand verbunden. Je nach bestehender Infrastruktur können zudem weitere Anpassungen notwendig werden.
Welche Variante ist die richtige?
Genau diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten.
Für ein Unternehmen, das Teams nur gelegentlich für Besprechungen verwendet, kann eine lokale oder browserbasierte Nutzung vollkommen ausreichend sein. Wird Teams dagegen intensiv für Telefonie, Meetings und die tägliche Zusammenarbeit genutzt, können Komfort, Integration und Performance wesentlich stärker ins Gewicht fallen.
Auch das Alter der bestehenden Terminalserver-Infrastruktur spielt eine Rolle. Wenn ohnehin eine Modernisierung bevorsteht, kann die Änderung bei Microsoft Teams ein sinnvoller Anlass sein, die bestehende Umgebung gesamthaft zu betrachten.
Deshalb sollte die Entscheidung nicht nur lauten: „Wie bekommen wir Teams nach April 2027 weiterhin zum Laufen?“
Die bessere Frage ist: „Welche Lösung passt langfristig zu unserer IT-Infrastruktur und unserer Arbeitsweise?“
April 2027 klingt weit weg – die Planung sollte trotzdem jetzt beginnen
Der 1. April 2027 bedeutet nicht, dass jedes betroffene Unternehmen seine Infrastruktur sofort umbauen muss.
Er bedeutet aber, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, die eigene Situation zu prüfen.
Insbesondere bei einer notwendigen Migration sollte genügend Zeit für Bestandsaufnahme, Planung, Tests und Umstellung eingeplant werden. Wer erst kurz vor dem Ende der bisherigen Technologie feststellt, dass seine Umgebung angepasst werden muss, reduziert den eigenen Handlungsspielraum unnötig.
Frühzeitig prüfen bedeutet deshalb nicht zwingend frühzeitig migrieren. Es bedeutet, rechtzeitig zu wissen, was zu tun ist.
Ist eure Teams- und Terminalserver-Umgebung betroffen?
PM Informatik unterstützt Unternehmen dabei, die bestehende Microsoft Teams- und Terminalserver-Infrastruktur zu beurteilen und den notwendigen Handlungsbedarf zu identifizieren. Gemeinsam prüfen wir, welche Server-Versionen und Komponenten im Einsatz sind, wie Teams heute genutzt wird und welche der möglichen Varianten technisch und wirtschaftlich zur bestehenden Umgebung passt.
So bleibt genügend Zeit, die Umstellung geplant vorzubereiten, statt unter Zeitdruck reagieren zu müssen, wenn die bisherige Technologie nicht mehr zur Verfügung steht.
Nutzt die Zeit bis April 2027 und lasst eure Umgebung frühzeitig prüfen. Gerne zeigen wir euch auf, welcher Weg für euer Unternehmen sinnvoll ist.